Opera-Gründer Jon S. von Tetzchner verlässt Opera
25.06.2011
Jon S. von Tetzchner, der 1994 mit Geir Ivarsøy zusammen die Firma Opera Software ASA gründete, verlässt Opera zum Ende des Monats. Er führte die Firma 16 Jahre lang, bis er Anfang 2010 den Posten des CEO an Lars Boilesen übergab. Seitdem war er in beratender Position tätig.
Als Gründe für seinen Abgang führt er Differenzen mit dem Management an. Dieses schaue zu sehr auf die Quartalszahlen als auf die langfristige Entwicklung. Im folgenden der Wortlaut einer Abschiedsmail von Jon an die Belegschaft:
| Dear All,
It is with a heavy heart that I send this message. Next week will be my last at Opera. It has become clear that The Board, Management and I do not share the same values and we do not have the same opinions on how to keep evolving Opera. As a result I have come to an agreement with the Board to end my time at Opera. I feel the Board and Management is more quarterly focused than me. I have always worked to build the company for the future. I believe the foundation we have is very solid to build further upon. I do believe strongly in Opera as a company, and in all of you working here. Our products actually make a difference for a lot of people in the world, and I wish you all the best of luck moving forward. I will be following the company closely and rooting for you all. Yours truly, Jon. |
[Bearbeiten] Kommentar
Dieser Text stellt die persönliche Meinung des Autors dar.
Das Jon eine große Persönlichkeit war dürfte unbestritten sein. Er hat viel für Opera getan und die Firma zu einem guten Teil dorthin gebracht, wo sie heute ist. Aber was bedeutet sein Abgang für Opera? Nun, seit er vor 1,5 Jahren den Posten des CEOs abgab (an einen von ihm ausgewählten Nachfolger), war er nicht mehr der Entscheider. Er war zwar weiterhin als Berater tätig, doch die Entscheidungen konnten auch gegen seinen Willen getroffen werden. Man muss auch sagen, dass, als Jon noch CEO war, die Finanzergebnisse von Opera schlechter ausfielen als unter seinem Nachfolger, was einer der Hauptgründe für den Führungswechsel waren. Natürlich mussten Entscheidungen unter der neuen Führung also entsprechend anders ausfallen. Ob diese neuen Entscheidungen langfristig gut oder schlecht sind lässt sich schwer sagen, bisher halte ich sie aber eher für positiv: Die letzten finalen Versionen von Opera zählen zu den besten der Firmengeschichte, finanziell steht die Firma gesichert da.
Alles in allem kann man wohl sagen, dass sich durch Jons Abgang nicht viel verändern wird. Es ist sicherlich ein großer persönlicher Verlust, denn Jon war eine charismatische Persönlichkeit und seine Tür stand immer offen, aber für die Firmenpolitik und die Zukunft Operas dürften die Auswirkungen sehr gering sein.
[Bearbeiten] Links
- Pressemeldung - opera.com